Gesundheitsleistung im medicum Rosenheim
Antikörpertherapie
Antikörpertherapie bei Krebserkrankungen
Die Antikörpertherapie ist eine relativ neue Behandlungsmethode, die bei verschiedenen Krebsarten eingesetzt wird. Sie gehört zu den sogenannten zielgerichteten Therapien und nutzt die natürlichen Abwehrmechanismen des Körpers, um Krebszellen gezielt anzugreifen und zu zerstören.
Was ist die Antikörpertherapie
Die Antikörpertherapie ist eine Form der Immuntherapie, bei der spezielle Antikörper entwickelt werden, die gezielt auf Krebszellen abzielen. Diese Antikörper sind künstlich hergestellte Proteine, die entweder direkt an Krebszellen binden oder das Immunsystem des Körpers dazu anregen, die Tumorzellen zu zerstören.
Antikörper können auf verschiedene Weisen wirken:
- Direkter Angriff auf Krebszellen: Einige Antikörper binden sich an bestimmte Proteine auf der Oberfläche von Krebszellen und blockieren deren Wachstum oder verursachen deren Zerstörung.
- Markierung für das Immunsystem: Andere Antikörper markieren Krebszellen, sodass das körpereigene Immunsystem sie leichter erkennen und zerstören kann.
- Zielgerichtete Medikamente: Manchmal werden Antikörper mit Wirkstoffen oder radioaktiven Substanzen kombiniert, um eine noch präzisere Behandlung zu ermöglichen.
Bei welchen Krebserkrankungen wird die Antikörpertherapie eingesetzt?
Die Antikörpertherapie hat sich besonders bei der Behandlung von bestimmten Krebsarten als effektiv erwiesen. Sie wird unter anderem eingesetzt bei:
- Brustkrebs: Besonders bei HER2-positivem Brustkrebs kann die Antikörpertherapie helfen, das Wachstum der Krebszellen zu stoppen. Medikamente wie Trastuzumab (Herceptin) sind weit verbreitet.
- Darmkrebs: Bei bestimmten Formen des metastasierten kolorektalen Karzinoms kommen Antikörper wie Cetuximab und Bevacizumab zum Einsatz, um das Tumorwachstum zu hemmen.
- Lungenkrebs: Auch bei Lungenkrebs, insbesondere beim nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC), wird die Antikörpertherapie zunehmend verwendet, um das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen.
- Leukämie und Lymphome: Einige Arten von Blutkrebs, wie chronische lymphatische Leukämie (CLL) und bestimmte Lymphome, können ebenfalls mit Antikörpertherapien behandelt werden.
- Hautkrebs (Melanom): Auch bei Melanomen, besonders bei fortgeschrittenen oder metastasierten Formen, hat die Antikörpertherapie in den letzten Jahren vielversprechende Ergebnisse gezeigt.
Vorteile der Antikörpertherapie
Die Antikörpertherapie bietet zahlreiche Vorteile, die sie zu einer wertvollen Behandlungsoption für Krebspatienten machen:
- Gezielte Wirkung: Im Vergleich zu herkömmlichen Chemotherapien ist die Antikörpertherapie gezielter. Sie wirkt hauptsächlich auf Krebszellen, was die Wahrscheinlichkeit von Nebenwirkungen verringert.
- Verlängerte Überlebenszeit: Studien haben gezeigt, dass die Antikörpertherapie in vielen Fällen das Überleben von Krebspatienten verlängern kann, insbesondere bei fortgeschrittenen oder metastasierten Krebserkrankungen.
- Kombination mit anderen Therapien: Antikörpertherapien können gut mit anderen Behandlungen wie Chemotherapie, Strahlentherapie oder Operationen kombiniert werden, um die Wirksamkeit zu erhöhen.
- Verbesserte Lebensqualität: Da die Therapie gezielter wirkt und weniger Nebenwirkungen wie eine herkömmliche Chemotherapie verursacht, berichten viele Patienten von einer besseren Lebensqualität während der Behandlung.
Wie wird die Antikörpertherapie durchgeführt?
Die Antikörpertherapie wird in der Regel als intravenöse Infusion verabreicht, oft in einem Krankenhaus oder einer ambulanten Klinik. Der genaue Ablauf und die Dauer der Behandlung hängen von der Art des Krebses und dem eingesetzten Antikörper ab. In einigen Fällen kann die Behandlung auch als Spritze unter die Haut (subkutan) erfolgen. Zwischen den Infusionen werden Pausen eingelegt, um dem Körper Zeit zur Erholung zu geben.